Gerne darf diese Liste ergänzt oder korrigiert werden... Über euer Feedback bin ich sehr dankbar!
1. Ist die pastoralpsychologische Rezeption nicht zu vereinfacht? Sollte man ekklektisch Gesprächsregeln übernehmen?
2. Liegt nicht bei den Regeln Wertschätzung und Emphatie die Gefahr einer Technisierung nahe, die der Regel "Echtheit" widerspricht?
3. Ist Rogers Anthropologie nicht zu optimistisch? Kann der Mensch sich selber helfen? Wie steht Rogers Menschenbild im Verhältnis zum extra nos und zur christlichen Sündenlehre?
4. Was macht eine Seelsorge, die sich primär an der Gesprächspsychotherapie orientiert zur evangelischen Seelsorge?
5. Darf die Gesprächsführung in der Seelsorge non-direktiv sein? Wird hier der Seelsorger nicht mundtot gemacht?
6. Führt die Empathievorstellung Rogers nicht einer zu großen Nähe zum Klienten? Wie kann eine professionelle Distanz des Therapeuten gewahrt bleiben?
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Donnerstag, 21. Mai 2009
Carl Rogers (1902-1987) und seine Rezeption in der evangelischen Seelsorge
Ich möchte mich in meiner mündlichen Prüfung im Bereich Seelsorge mit dem Thema "Carl Rogers und seiner Bedeutung für die evangelische Seelsorge" befassen: Zunächst möchte ich kurz seine Therapieform beschreiben und im nächsten Blogpost eine Reihe von Anfragen äußern. Über euer Feedback zu Rogers wäre ich sehr dankbar!
Doch zunächst die Beschreibung: Carl Rogers ist Begründer der Klienten-Zentrierten-Gesprächstherapie (auch Personenzentriert oder einfach Gesprächspsychotherapie genannt). Therapie ist nach diesem Modell ganz auf den Ratsuchenden und dessen Gefühle konzentriert. Sie ist darum nicht-direktiv, d.h. der Therapeut wird keinerlei Wertungen vornehmen und keine Ratschläge erteilen.
Besonders häufig wurde in der Seelsorgelehre auf die Beziehung zwischen Klient und Therapeut hingewiesen. Dabei gibt es Grundwerte:
a) Echtheit: Der Therapeut darf keine Fassade aufbauen, es ist wichtig, dass er authentisch bleibt.
b) Wertschätzung (bedingungslose Zuwendung ohne jegliche Wertung des Gesagten)
c) Empathie (einfühlendes Verstehen): Rogers schlägt vor, dass der Therapeut sich in die Situation des Klienten derart hineinversetzt, dass er so sehr mitfühlt, dass er eine Zeitlang in der Gefühlswelt des Klienten lebt.
Doch zunächst die Beschreibung: Carl Rogers ist Begründer der Klienten-Zentrierten-Gesprächstherapie (auch Personenzentriert oder einfach Gesprächspsychotherapie genannt). Therapie ist nach diesem Modell ganz auf den Ratsuchenden und dessen Gefühle konzentriert. Sie ist darum nicht-direktiv, d.h. der Therapeut wird keinerlei Wertungen vornehmen und keine Ratschläge erteilen.
Besonders häufig wurde in der Seelsorgelehre auf die Beziehung zwischen Klient und Therapeut hingewiesen. Dabei gibt es Grundwerte:
a) Echtheit: Der Therapeut darf keine Fassade aufbauen, es ist wichtig, dass er authentisch bleibt.
b) Wertschätzung (bedingungslose Zuwendung ohne jegliche Wertung des Gesagten)
c) Empathie (einfühlendes Verstehen): Rogers schlägt vor, dass der Therapeut sich in die Situation des Klienten derart hineinversetzt, dass er so sehr mitfühlt, dass er eine Zeitlang in der Gefühlswelt des Klienten lebt.
Rogers benutzt die Technik des "Spiegelns" ("mirroring"). Würde zu ihm jemand sagen: "Ich bin krank", könnte er z.B. entgegen "Sie sind krank?". Ist jemand verärgert, würde er sagen: "Ich sehe Sie Sie sind verärgert...". Es lohnt sich dieses Spiegeln mal bei jemanden auszuprobieren. Selbst mit vorheriger Absprache, wird sich der andere zutiefst verstanden fühlen... ;)
Das untenstehende Video zeigt Carl Rogers mit seiner Klientin Gloria. Danke, youtube!
Das untenstehende Video zeigt Carl Rogers mit seiner Klientin Gloria. Danke, youtube!
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