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Dienstag, 7. September 2010

Gedanken zur Taufe

Ist die Kindertaufe überhaupt biblisch? Ob etwas biblisch ist, das ist nicht immer so leicht zu sagen. Dass Frauen zum Abendmahl gehen dürfen zum Beispiel ist biblisch nicht belegt, sollte ich es deswegen ablehnen? Ich denke: Nein! Fest steht, dass Taufe biblisch belegt ist. Ob Kinder getauft wurden ist umstritten.

So sehe ich die Kindertaufe: Was im Alten Testament die Beschneidung war, ist im Neuen Testament die Taufe. Noch ehe ich "Ja" zu Gott sagen kann, sagt Gott "Ja" zu mir und bietet mir die Vergebung meiner Sünden an....
Wann ist denn Jesus gestorben? Nach meiner Bekehrung? Nein, natürlich nicht. Sondern im Jahr 30 n. Chr. Gott spricht sein bedingungsloses "Ja" zu uns Menschen, noch ehe ich mich für ihn entscheide.

Die Reihenfolge Glaube - Taufe oder Taufe-Glaube ist im Prinzip egal.
Wir müsse uns eingestehen, es ist nicht alles von uns abhängig. Gott macht den ersten Schritt und gibt sein bedinungsloses Ja. Deine Taufe, noch bevor Du zum Glauben kamst, stellt das besonders eindrücklich dar.

Samstag, 23. Mai 2009

Tauffest

Im niedersächsischen Loccum werden "Tauffeste" veranstaltet - eine spannende Idee! Ausschlaggebend war der Gedanke, dass längst nicht mehr alle Kinder getauft werden. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Taufe heute häufig mit einem Familienfest assoziiert wird. Zerbricht die Ehe/Partnerschaft der Eltern oder können sich die Eltern ein Fest finanziell nicht leisten, kann dies zu einem Grund werden, sein Kind nicht taufen zu lassen. Das sollte nicht so sein! 

In Loccum werden Eltern deren Kinder noch nicht getauft wurden, angeschrieben und zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen. Später gibt es dann ein großes Tauffest. Es gibt eine Führung zu 8 verschiedenen Tauforten, von denen sich der Täufling dann einen Ort aussuchen kann. Zusammen wird dann gefeiert. Den Abschluss bildet ein Gottesdienst, bei dem noch einmal alle zusammenkommen. 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bei den letzten zwei Tauffesten ließen sich 108 (!) Kinder taufen. 108! -viele von ihnen wären ohne ein Tauffest wohl nie getauft worden.  

Auch wenn ich über das Ergebnis nur staunen kann, regen sich einige theologische Vorbehalte in mir: Wird Taufe da nicht zu einem Erlebnis, dessen Bedeutung im Event untergeht? 

Aber dann denke ich: Meine Erfahrung ist, dass die Mehrheit der "gläubigen" Christen in Deutschland bereits als Kinder getauft wurden. [Manche davon nehmen ihren Glauben so ernst, dass sie sich ein zweites Mal taufen lassen wollen, was m.E. gar nicht notwendig gewesen wäre.] Fest steht: Diejenigen die ihr bewusstes "Ja" zu Jesus Christus gegeben haben, sind oft schon früh in den Kindergottesdienst oder die Jungschar gegangen... 

Was wäre, wenn von diesen 108 Kindern aus Loccum vielleicht nur 20, 30 oder 40 später ihr "Ja" zur Taufe geben würden? Was wäre, wenn auch nur einige von ihnen in den Kindergottesdienst oder die Jungschar kämen und schon früh von Jesus etwas erfahren würden? Wenn sie in ihre Taufe "hinkriechen" könnten?
Vielleicht werden sich auch manche von ihnen erst im Alter von 80 oder 90 an den Konfiunterricht zurückerinnern, sich noch einmal auf "die Suche" machen und erst spät in ihrem Leben ihr "Ja" zu Jesus finden. Hätte sich dann selbst bei einem Kind das Tauffest nicht schon gelohnt? Diese Gedanken lassen mein Herz schneller schlagen...

Näheres über das Tauffest erfahrt ihr hier: 
http://kirche-im-aufbruch.ekd.de/praxis/projekt_des_monats/10036.html